Fragen und Antworten zur Überbrückungshilfe des Bundes

 

Die „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“ wurde am 12. Juni von Bundesregierung beschlossen. Um Sie auf dem Laufenden zu halten, möchten wir Ihnen hier die wichtigsten Antworten auf die ersten Fragen an die Hand geben:

 

Wer kann die Überbrückungshilfe in Anspruch nehmen?

Die Überbrückungshilfe kann grundsätzlich von jedem Unternehmen, das vor dem 1. November 2019 gegründet wurde, gleich welcher Branche oder Rechtsform, in Anspruch genommen werden, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich 60% gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten zurückgegangen ist

 

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe wird für höchstens drei Monate (Juni, Juli, August 2020) gewährt und beträgt:

  • bis zu 3.000 EUR pro Monat für Unternehmen bis zu 5 Beschäftigten
  • bis zu 5.000 EUR pro Monat für Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten
  • bis zu 50.000 EUR pro Monat für Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten

 

Kann ich selber einen Antrag auf Überbrückungshilfe stellen?

Die Antragstellung ist, anders als es bei der Corona Soforthilfe der Fall war, nur noch durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer möglich. Der Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer muss hierzu die Antragsberechtigung prüfen und den Antrag für Sie übermitteln. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung.

 

Was bedeutet ein Umsatzrückgang von durchschnittlich mindestens 60%?

Maßgebend ist hier der Durschnitt der Monate April und Mai. Dies kann an einem einfachen Beispiel nachvollzogen werden:

 

Umsatz April 2019:            100.000 EUR

Umsatz April 2020:            30.000 EUR

Umsatzrückgang:              -70.000 EUR (entspricht 70,00%)

 

Umsatz Mai 2019:             120.000 EUR

Umsatz Mai 2020:             55.000 EUR

Umsatzrückgang:              -65.000 EUR (entspricht 54,42%)

 

Umsatzrückgang in Durchschnitt: (70,00% + 54,42%) / 2 = 62,08%

Der Umsatzrückgang beträgt hier mehr als 60% (62,08%), somit besteht ein Anspruch auf Überbrückungshilfe.

 

Wofür wird die Überbrückungshilfe gezahlt und wofür darf sie verwendet werden?

Die Überbrückungshilfe soll helfen die Fixkosten zu decken. Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach den so genannten förderfähigen Fixkosten. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Mieten und Pachten
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  • Leasingraten und monatlich wiederkehrende Wartungskosten
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung
  • Grundsteuern
  • Lizenzgebühren
  • Abonnements

Personalkosten werden pauschal mit 10% der Fixkosten berücksichtigt.

 

Muss die Überbrückungshilfe zurückgezahlt werden?

Die Überbrückungshilfe muss zurückgezahlt werden, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der tatsächliche Umsatz höher war, als bei Antragstellung erwartet wurde und deshalb zu viel Überbrückungshilfe gezahlt wurde.

 

Ab wann können Anträge gestellt werden?

In einigen Bundesländern können Anträge über ein entsprechendes Onlineportal bereits ab dem 08. Juli gestellt werden. In Hessen startet das Programm am 10. Juli. Anträge können bis zum 31. August 2020 gestellt werden.